Schwifting 
Naturnah - Familienfreundlich - Liebenswert
 
Die Geschichte der Gemeinde Schwifting
Unser Gemeindegebiet gehört ohne Zweifel zu den ältesten Ortschaften in Bayern. Es wurden römische Ziegel gefunden und 1957 stieß man 300 m nördlich vom Ortsrand auf 12 Skelette aus der Merowingerzeit, also der Zeit der Landnahme durch die germanischen Stämme der Bajuwaren und der Alemannen. Die Stammesgrenze ist verwischt, doch kann man wohl den Lech als natürliche Grenze betrachten.
Erste urkundliche Erwähnung
Schon im Jahre 787 n. Chr. berichtet die erste Urkunde des Klosters Benediktbeuern von "Schwifting". Der Ortsname bedeutet im Altmittelhochdeutschen so viel wie "bei den Leuten des Swift", des Ortsgründers und Sippenältesten. Das uralte Geschlecht der Edlen von Schwifting hatte der Sage nach seinen Sitz auf dem Goggelberg, wo auch tatsächlich schon öfter Steine ausgegraben worden sind. In der eben genannten Urkunde wird als erster des Geschlechts Egilhof ein Edler aus Schwifting genannt. Der letze der Geschlechts soll der überlieferung nach in das Kloster Rottenbuch eingetreten sein. 1188 hatte das Kloster Steingaden bereits Besitzungen im Ort und zwischen 1280 und dem 14. Jahrhundert mussten Vogtgefälle an das herzogliche "Amt" Maerching (heute: Merching) geleistet werden. 1244 kamen Patronats- und Präsentationsrecht an das Kloster Rottenbuch und 1300 erfolgte die Inkorporation der Pfarrei an das gleiche Stift durch Bischof Wolfard von Augsburg. Unser Ort blieb bis zur Säkularisierung 1802 bei diesem Kloster und wurde von dort aus vikariiert. Als erster Pfarrer ist Rupertus überliefert, dieser war auch 1301 Schiedsrichter im Streit zwischen den Brüdern Heinrich, Konrad und Otto, den "Penzingern" und Kloster Rottenbuch wegen des Patronats der Kapelle zu Westerschondorf, die als Filiale von Schwifting zum Kloster gehörte. Papst Sixtus beträgt 1474 die Einverleibung der Pfarrei Schwifting in das Kloster Rottenbuch, desgleichen Papst Innozenz 1494 und Alexander 1499.
Die Skapulierbruderschaft
Pfarrer Dominikus Karg (1673-1679) errichtete die Skapulierbruderschaft, die am 18.10.1675 von Johann Christoph von Freiberg als Bischof genehmigt wurde. Erst die Säkularisation brachte die Trennung von Pfarrei und Kloster. 1802 wurde durch Landrichter Baron von Prüglch Reisch, das bisher Filiale von Untermühlhausen war der Pfarrei von Schwifting zugeordnet. 1809 wurde Schwifting und Reisch eine Expositür der Pfarrei Pürgen. Der ehemalige Klosterbesitz wurde 1811 verkauft. 1835 gelang es nach zähem Ringen dem Geistlichen Roman Geisler, das Schwifting wieder zur Pfarrei erhoben wurde.
Kriegszeiten
Infolge seiner Lage im Lande und seiner Nähe zur alten Salzstraße musste der Ort naturgemäß in allen Not- und Kriegszeiten in Bayern leiden. Das mag schon 743 beim Kampf zwischen Bayern und Franken bei Ummendorf so gewesen sein und blieb so fast alle Jahrhunderte hindurch. Besonders lebendig sind die Schrecken des dreisigjährigen Krieges überliefert, als in Folge dessen 1650 das große Sterben, die Pest, wütete. Die Einwohnerzahl von Schwifting sank um die Hälfte herab.
Während der napoleonischen Kriegen war das Hauptquartier des Prinzen Conde 1796 im Wirtshaus in Schwifting. Im März zogen rund 2100 Franzosen durch den Ort, jeder Bauer hatte 6 Tage lang 15-20 Mann im Quartier zu verpflegen sowie Hafer und Stroh für die Pferde zu liefern.
Auch die Kriege der Neuzeit forderten wie überall ihren Blutzoll von den Söhnen der Gemeinde. 1914/18 fielen 21, 2 wurden vermisst, während im 2. Weltkrieg 23 Gefallene und 5 Vermisste zu beklagen waren. Man kann nur hoffen, dass die Völker der Neuzeit einsehen, dass Blutvergießen in keinem Fall eine Lösung für das Zusammenleben bieten kann.
Die Kirchen
Bereits 1244 wird von einer Kirche in Schwifting berichtet. Die ehemalige Pfarrkirche St. Pankraz ist der einzige spätgotische Bau im Landkreis von dem der Baumeister bekannt ist. An der Nordseite des hohen Sattelturms nennt eine Steintafel den Namen Ullrich Chiffhaber dazu die Jahreszahl 1474. 1669 erhielten die Fenster die heutige Form. Bei der Renovierung 1864 wurden leider Teile der alten Altäre von Franz Xaver Schmädl entfernt und kunsthistorisch wertvolle Deckenbilder übermalt. Die letze große Renovierung erfolgte 1972.
Die Margaretenkapelle wurde 1719 auf dem mittelalterlichen Kern neuerbaut. Von besonderem ortsgeschichtlichem Interesse sind hier die Gedenktafel an die Pest 1650 und ein Verlöbnisbild mit einer Ortsansicht von 1750.
Die kleine Jakobus-Kapelle am Ortsausgang nach Landsberg stammt aus dem Jahre 1614. und kennzeichnet hierdurch einen der ältesten Pilgerwege nach Santiago de Compostella.
Erste urkundliche Erwähnung und weitere Entwicklung
Mitte des 15. Jahrhunderts hatte Schwifting nach dem Herdstättenverzeichnis des Gerichts Landsberg 28 Wohngebäude. 1657 waren es 168 Einwohner, die zur Opferkommunion gingen. Im Kataster von 1814 werden bereits 60 Wohngebäude gezählt, bestehend aus 7 Höfen, 4 Halbbauern, 2 Mertelbauern, 4 Bausölden, und 43 1/16 Sölden. Davon gehörten einst 44 Anwesen dem Kloster Rottenbuch, 8 zur Pfarrkirche, 3 zum Rentamt, je zwei zum Pfarrwiddum und der Gemeinde, sowie eines zum Kloster Wessobrunn. 1860 zählte man 330, 1962 526 und 1973 630 Einwohner. 2003 zählt unsere Gemeinde nun 820 Einwohner. Die neuzeitliche Entwicklung und vor allem auch die Nähe zur Kreisstadt brachten es mit sich, dass doch ein starker Strukturwandel eintrat. Im Rahmen der allgemeinen Wirtschaftskonjuktur nach 1949 nahm auch Schwifting unter den Bürgermeistern Huber und Kaindl mit ihrem Gemeinderat einen allgemeinen Aufschwung. Das Dorfstraßennetz wurde verbessert und modernisiert, die Verbindungsstraße nach Penzing wurde ausgebaut und mit der Pappelallee zur B12 verschönt. Viele Neubauten entstanden, die das Ortsbild verschönern. Zuletzt entstand das neue Bürgerhaus.
Möge Schwifting einer glücklichen Zukunft entgegengehen zum Wohle der Bürgerschaft und deren Nachkommen.
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